Graves bei Nacht - Sternstunden

  • Graves bei Nacht - Sternstunden

    Ich habe dank diverser Archive einige Einblicke in Sendungen aus der Reihe "Graves bei Nacht" haben dürfen (danke nochmal an dieser Stelle :) ), und eine Sendung stach dabei besonders heraus: "Bach" aus der Trilogie "Gödel / Escher / Bach" -> (297)Graves bei Nacht-Bach (30.8.1985). Diese Sendung fand ich als Fragment auf einem alten Tonband und bin damit auf Graves erstmals aufmerksam geworden.
    Graves schafft es hier wie nirgends sonst, aus Filmversatzstücken und Toneffekten ein experimentelles Hörspiel zu kreieren, das richtungsweisend für ein ganzes Genre gelten dürfte. Die sowohl inhaltlich als auch technisch brilliante Collage sei jedem Hörspielfreund empfohlen, ganz jenseits der Popmusik-Einspielungen.
    Ich habe dazu eine Frage: Gibt es Informationen, woher Graves die Fragmente bezog? Erkennen konnte ich Versatzstücke aus "Casablanca" und "Lawrence von Arabien". Besonders interessiert mich eine Textszene, die besondere "Eindringtiefe" aufweist: ein alter Tango wird zitiert ("hör mein Lied, Violetta"), "es gab eine Zeit, da flossen die Berge rückwärts und in den Fenstern der Nacht hingen Tränen aus schwerem Silber. Es gab eine Zeit, da floss aus Nachtigallen Feuer..."; ich habe den Ausschnitt mal online gestellt -> dropbox.com/s/5fklx5ffitjiamu/…%20-hoerspielseq.mp3?dl=0.

    Gibt es von Graves noch "Drehbücher" oder Informationen, wo er sich das Material beschaffte?

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  • Ich selbst habe keine Kenntnisse von Drehbüchern. Einzelne Konzepte, handschriftliche Notizen und ähnliches besitze ich. Meist wird vor den Sendungen gesagt, welche Romane, Schriften ect. Graves als Vorlage dienten. Ich erinnere mich an (144)DRB Castaneda(44) wo vorher relativ viel erklärt wird. Am Ende der Sendung (337)Graves bei Nacht-Castaneda1(13.2.1982)M gibt es weitere Erklärungen.
    Auch von Coca Cola habe ich eine Art Manuskript.
    Im Mythos Barry Graves spricht ja Armin Amler davon, wie diese Sachen produziert wurden. Auch an anderen Stellen lassen sich Hinweise finden.
    Was die Effekte betrifft, damals war ja mit digital noch nicht viel. Die CD war Anfangs noch nicht erfunden und so musste vieles mit Schere und Leim gebastelt werden. Das machten dann Toningeneure wie A.Amler oder Rainer Czekalski. Wobei Graves genau im Kopf hatte, wie es später einmal klingen sollte.
    Bleibt abzuwarten was uns aus den Archiven noch so alles geboten wird. Ich verweise hier schon mal auf die nächste Sendung am 2.4.2016 5:05 Uhr Deutschlandradio Kultur - Rockband mit Guerilla-Schminke.
    Änderung: Oben erwähnte Sendung wurde aus aktuellem Grund gestrichen. Eine Anfrage wann der neue Sendetermin ist, blieb bisher unbeantwortet.

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